Du kennst es sicherlich: Nach gefühlt keinen 5 Minuten im frisch aufgeräumten Kinderzimmer herrscht wieder das reine Chaos. Es ist völlig okay, dass dein Kind sich im Flow komplett seinem Spieltrieb zuwendet, doch am Ende sollte wieder Ordnung hergestellt werden.
Für viele Eltern gestaltet sich das Aufräumen im Kinderzimmer anstrengend, da der Nachwuchs von sich aus häufig nur wenig Motivation mitbringt. Doch mit ein paar Tipps kannst du nicht nur dafür sorgen, dass Ordnung statt Chaos im Kinderzimmer herrscht, sondern dass es dir und deinen Kindern dabei sogar Spaß macht!
Tipp 1: Gebt jedem Spielzeug seinen festen Platz
Damit das Aufräumen im Kinderzimmer überhaupt gelingen kann, müssen sowohl du als auch dein Kind wissen, wohin es eigentlich weggeräumt werden soll. Es hilft ungemein, wenn ihr gemeinsam jedem Spielzeug einen festen Platz zuordnet, der für dieses fest reserviert ist. Du kannst hier deinen Nachwuchs direkt mit beteiligen und dabei helfen, bestimmte Bereiche, Kisten oder Schubladen für bestimmte Spielzeuge festzulegen.
Wenn dein Kind damit noch überfordert ist, kannst du gezielte Impulse liefern und beispielsweise eine Aufteilung vorschlagen. Je „logischer“ die Aufteilung ist, desto leichter ist sie auch zu verstehen. Nach welcher Logik ihr die festen Plätze zuordnet, ist dabei ganz euch überlassen. Es muss dabei nicht immer „gleiches zu gleichem“ sein. Vielleicht gehört ein Spielzeug so fest zu einem anderen, dass es unbedingt in direkter Nähe gelagert werden muss, auch wenn sie ansonsten nicht viel gemeinsam haben.
Ich rate dir dabei, genug verschiedene Aufbewahrungsmöglichkeiten anzubieten, um ein echtes System zu etablieren. Klar, eine einzige, riesige Kiste für „alles“ macht es zwar sehr einfach, fördert aber keinen wirklichen Ordnungssinn und führt außerdem dazu, dass dein Kind zum Spielen oft die ganze Kiste auf einmal auf dem Boden verteilen muss.
Tipp 2: Macht das Aufräumen zur (täglichen) Routine
Wie das meiste im Leben wird auch das Aufräumen im Kinderzimmer sehr viel einfacher, wenn du es mit deinem Kind regelmäßig machst. Es bietet sich an, jeden Abend vor dem Schlafengehen einmal grundsätzlich Ordnung zu schaffen. An einem bestimmten Tag in der Woche könnt ihr dann zusätzlich das Zimmer gründlich reinigen.
Kinder lieben feste Rituale, es hilft ihnen sehr bei der Orientierung. Ist das allabendliche Aufräumen einmal als Ritual etabliert, ist es schon viel einfacher, es jeden Tag tatsächlich durchzuziehen. Mit der Zeit wirst du hoffentlich sogar immer weniger selbst mit eingreifen müssen, wenn dein Kind einmal gelernt hat, wie es selbst Ordnung halten kann.
Tipp 3: Gib deinem Kind die Chance, Ordnung zu lernen
Gerade am Anfang, wenn das Aufräumen noch nicht wirklich etabliert ist und dein Kind seinen Sinn für Ordnung erst noch finden muss, wirst du sicher in Versuchung kommen, die meiste Zeit selbst einzugreifen. Und das ist sicherlich auch zu einem guten Teil nötig. Aber lass dich nicht aus Ungeduld dazu verleiten, am Ende alles selbst zu machen.
Gib deinem Kind die Chance, Ordnung und Aufräumen wirklich zu erlernen. Es ist völlig normal, dass das am Anfang nicht perfekt funktioniert und vielleicht sogar zu Trotzreaktionen führt. Gib deinem Nachwuchs Halt, Motivation und Impulse. Das heißt nicht, dass du selbst gar nicht mitmachen sollst, im Gegenteil. Du kannst vormachen, wie es geht.
Es kann sehr viel Geduld kosten, aber am Ende lohnt es sich. Wenn du selbst ständig alles alleine wegräumst, nimmst du deinem Kind die Chance, dieses Verhaltensmuster selbst zu etablieren. Stattdessen wird es lernen, sich in diesem Aspekt komplett auf dich zu verlassen.
Tipp 4: Mistet regelmäßig altes Spielzeug aus
Jedes Aufräumen ist zum Scheitern verurteilt, wenn das Kinderzimmer förmlich im Chaos erstickt, weil es viel zu viel Spielzeug gibt. Nimm dir daher mit deinem Kind zusammen regelmäßig Zeit, um altes Spielzeug auszumisten. Dafür bietet sich etwa die Marie-Kondo-Methode an.
Hier geht ihr in bestimmten Zeitabständen jedes einzelne Spielzeug durch und fragt euch, ob dein Kind noch gerne damit spielt. Ist die Antwort nein, ist es wahrscheinlich an der Zeit, es zu verschenken oder zu spenden. Das kann übrigens auch sehr viel Spaß machen.
Je nach Persönlichkeit kann es deinem Kind schwerfallen, sich von altem Spielzeug zu trennen. Zeige Verständnis dafür und nimm es nicht einfach weg. Kinder lieben es, anderen zu helfen. Vielleicht kannst du es überzeugen, indem du ihm erklärst, dass ein anderes Kind sehr gerne damit spielen würde.
Ein anderer Weg ist es, für jedes neue Spielzeug ein altes zu entfernen. Hier wird es deinem Kind weniger schwerfallen, sich von etwas Altem zu trennen, wenn es dafür ein neues, spannendes Spielzeug erhält.
Übrigens: Wie du altes Spielzeug richtig entsorgst, haben wir im verlinkten Artikel genauer für dich beschrieben.
Tipp 5: Macht das Aufräumen zum Spiel
Nichts hilft Kindern beim Lernen mehr, als es spielerisch zu gestalten. „Gamification“ ist hier das Zauberwort. Das Aufräumen an sich ist ein relativ dröges Unterfangen, was nicht unbedingt die Kreativität deines Kindes anregt. Mit dem richtigen „Framing“ kann das jedoch schon ganz anders aussehen.
Vielleicht bringt ihr die Puppen am Abend ins Bett. Vielleicht werden die Spielzeugautos über Nacht in die Garage gerollt. Vielleicht machen es sich die Playmobil-Männchen am Abend in Ihren Behausungen bequem. So wird das Aufräumen selbst zum Spiel.
Es gibt natürlich auch andere Wege, dein Kind spielerisch zu animieren. Vielleicht macht ihr einen Wettbewerb, wer schneller mit einer Hälfte des Zimmers fertig wird. Der Kreativität sind euch hier keine Grenzen gesetzt. Durch den spielerischen Fokus wirkt die Aufgabe weniger wie eine lästige Pflicht und das wird für die Motivation deines Nachwuchses wahre Wunder wirken.
Tipp 6: Siehe ein, wenn es gerade nicht geht
Egal, wie gut du es auch meinst oder wie gut das Aufräumen vielleicht sogar schon bei euch etabliert ist: Es gibt Tage, da will einfach gar nichts funktionieren. Und das ist okay! Es gibt Tage, an denen dein Kind mit dem falschen Fuß aufsteht. Solche Tage kennen wir alle. Vielleicht war es ein schlechter Traum, vielleicht ein blödes Erlebnis im Kindergarten. Was es auch sei, die Stimmung ist ruiniert und die Lust auf das Aufräumen überhaupt nicht existent.
Wir raten dir, es trotzdem zu versuchen. Denn das Aufräumen kann ja auch Spaß machen. Und wenn es Routine ist, bietet es deinem Kind auch an schlechten Tagen Halt. Aber wenn es gar nicht geht, geht es eben nicht. Hier solltest du im Zweifel selbst einschreiten und keinen zusätzlichen Druck aufbauen. Natürlich sollte das nicht zur Regel werden. Deine Kinder sollten verstehen, dass das Aufräumen in ihren Aufgabenbereich fällt. Aber es wird auch schön für sie sein, zu sehen, dass sie sich auf Mama und Papa verlassen können, wenn sie selbst einmal einen schlechten Tag haben.


